Wie sollen unsere Kinder mutig werden, wenn sie immer nur “vorsichtig laufen müssen”?

Warum braucht es erst Layla von Mr. Eric Clapton, damit die Finger auf dem Laptopkeybord anfangen zu rennen? Keine Ahnung aber gut das sie es machen.

Ich laß gerade den Artikel “Zwischenruf eines Lehrers: Gebt den Kindern die Verantwortung zurück” von Felix Nattermann, 37, einem Lehrer aus Mönchengladbach. In dem Artikel geht es um Kinder im Schulalter, welche auf Grund der Angst ihrer Eltern jeglicher Verantwortung und selbstbestimmter Kontrolle entzogen werden. Danke für teilen in den sozialen Medien Franzi. 😉

Ich bin persönlich glücklich, dass auch Lehrer in Schulen dieses Problem benennen und zur Aussprache bringen. Dieses Thema spielt gerade auch in meinem Leben, als Vater eine zentrale Rolle. Aber auch in meinen Veranstaltungen, in denen es um Kommunikation und den Ausbau sozialer Kompetenzen geht, finde ich dieses Thema immer wieder. Das unsere Kinder uns an Vorbild und Beispiel nicht nur in nichts nachstehen, sondern sogar bessere Wege aufzeigen können, zeigt immer wieder, wie sehr wir Erwachsene in unserem Denken festgefahren sind.

Wie sollen die Kinder mutig werden, wenn sie immer nur “vorsichtig laufen sollen”?

Konkret! Was passiert wenn das Kind ohne elterliche Sicherung eine Rutsche bezwingt und erfolgreich meistert? Es gewinnt Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten! Und anders herum? “Wenn Papa mich nicht festgehalten hätte, wäre ich hier gescheitert. Ich kann nicht ohne Papas helfende Hände rutschen!” Papas Hände wären in diesem Beispiel die beste Hilfe, wenn er sie stillgehalten hätte.

Aber was ist wenn mein Kind sich verletzt und nie wieder rutschen will? Keine Angst, Kindesneugier ist größer als Angst und irgendwann wird der kleine Zwerg es wieder versuchen. Viel wichtiger ist es, Junior nach dem Sturz zum Neuversuch zu ermutigen, statt die Rutsche zu verurteilen. Kinder brauchen elterliches Vertrauen, übertragene Verantwortungen und klare Regeln, was festgeschriebene Abläufe wie Essen, Zähneputzen , Hausaufgaben und Schlafen anbetrifft.

Einmal weniger “ich zeige Dir wie das geht!” ist einmal mehr “Papa ich habe es alleine heraus gefunden, meinen eigenen Weg entdeckt und bin unheimlich stolz auf mich!”.

Lasst Kinder auch mal stürzen, sich vollschmaddern, länger für eine Lösung brauchen als ein Erwachsener, Barfuß rennen in der Gefahr eine Schürfwunde zu riskieren und bei starkem Regen und Gewitter auf euren Armen auf der Terrasse stehen!

Ihr werdet merken, dass das Schreckensszenario in eurem Kopf nahezu nie eintritt. So jetzt bin ich bei Mr. Claptons tears in heaven angekommen und würde diese Musik auch grundlegend fürs lesen von solchen Blogartikeln empfehlen.

Eine Hausaufgabe noch an die Eltern: 😉

Wenn ihr euch das nächste mal in einer Situation befindet, eine “lauf vorsichtig-Regel” herauszurufen, schluckt diese einfach mal herunter und schaut was passiert! Haut mit der Hand vor eurem inneren Auge auf den Tisch und befehlt euch selbst auszuhalten!

Natürlich meine ich damit nicht den gezielten Sprint zwischen zwei Autos über eine stark befahrene Straße, aber ich denke das schließt sich aus, da wir ja vernünftige Eltern sein wollen.

Mich würde berennend interessieren, was ihr als Eltern bei euch selbst bemerkt habt. Ich kann mir vorstellen, dass man beruhigter wird und mit einem mal merkt, wie gut die Kinder das schon selber können.

In diesem Sinne, wünsche ich euch Selbstreflexion und Klarheit, bei allen Themen der Eltern-Kind-Kommunikation.

Rechtschreibfehler sind wie immer geschenkt. Grüße euer Gregor

 

 

 

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