“Komm schnell, wir müssen doch noch!”

Eile, schnell noch was erledigen, der Einkauf, die Termine, Klavierstunde der Tochter und anschließend soll der Abend aber für alle entspannt am Abendbrottisch enden. Da muss dann, am besten ganz schnell die Hochgeschwindigkeit des Tages heraus genommen werden und jeder soll zu Wort kommen können.

Kommt es nur mir so vor oder werden wir immer schneller?Blog-Entspannung-1-Gregor-Mallschofsky-2016

Heutzutage kann man Menschen beobachten, die sich darüber aufregen, dass die Handy-App nicht schnell genug lädt. Wenn der Vordermann an der Ampel einen Wimpernschlag zu lang wartet, wird er gleich mit einem Hupkonzert aufgefordert, sich endlich zu beeilen.

Wer beschleunigt uns da? Die moderne Technik, der Leistungsdruck, das Tagesziel, welches manchmal einfach viel zu hoch gesteckt ist? Wann haben wir es zugelassen, dass uns die Entscheidung der eigenen Geschwindigkeit, genommen wurde? Was bleibt dabei alles auf der Strecke?

Im Wahn der Massenabfertigung und des Schnelligkeits- und Optimierungzwanges geht uns eine ganze Menge verloren, nämlich das, was zu unserem täglichen Glück und Miteinander beiträgt.

Ich sah neulich ein Schild vor einem Kindergarten, dass Eltern dazu auffordert, während des Abholens der Kinder, doch bitte nicht auf das Smartphone zu schauen, da so das Schild “die Kinder von ihrem Tag eine ganze Menge zu berichten haben”. Ich finde das bezeichnend, dass dieser schöne Moment der elterlichen Ankunft gegen einen Updatestatus aus irgendeiner Whatts-App Gruppe getauscht wird.

Was passiert, wenn ich bei Whatts-App nicht aktuell bin oder ich es nicht mehr schaffe, dass Sonderangebot bei Aldi abzuholen? Geht irgend etwas schief, wenn ich die Besichtigung der neuen Couch gegen ein Eis mit dem Kind oder einem Freund tausche? Was passiert mit meinem Umfeld wenn ich zwei Stunden telefoniere anstatt Abend´s “aktuell syncronisiert” zu sein? Ich denke die Antwort ist mehr als offensichtlich und eher rhetorisch.  

Nichts wird passieren, was nicht ohnehin passiert wäre!

Blog-Entspannung-Gregor-Malschofsky-2016

Im schlimmsten Fall tauschen wir gegen einen Sonnenuntergang mit Eis, die Chance, die Bemerkung “schön das wir endlich mal wieder Zeit hatten uns auszuquatschen!” von der anderen Seite des Telefonhörers oder viele andere Dinge mehr. Sich selbst bewusst Auszeiten zu setzen, Termine zu verschieben um Freizeit zu haben, einfach mal nicht erreichbar sein und am Ende feststellen, dass man nichts verpasst hat. Dem Kind die Minute mehr gönnen, dass es an der aktuellen Blume braucht. Darin liegt der Reichtum und die Besonderheit unserer Spezies, eigene Entscheidungen zu treffen. Wir müssen es nur wieder tun.

Ich würde gern einen Vorschlag anbieten. Probiert doch einmal eine unangenehme stressige Angelegenheit in der Woche bewusst wegzulassen oder auf einen anderen Zeitraum zu legen, um euch dafür Qualitätszeit zu schenken. Das kann zum Beispiel ein wöchentlich wiederkehrendes Ritual wie Kurzeinkauf (die wichtigen kleinen Dinge) oder das abendliche Fernsehritual sein. Lasst den Flimmerkasten aus, schnappt euch das eigene Kind, einen Freund oder Freundin und schlendert zur nächsten Eisdiele. Wenn ihr wieder zu Hause angekommen seid, lasst ihr euren Tausch gegen die Qualitätszeit noch einmal revue passieren und lasst die Vorteile eurer Entscheidung auf euch wirken oder schreibt sie wenn nötig auf. Anschließend kann man zum Beispiel gleich den nächsten Qualitätszeittausch für die folgende Woche planen. Wagt euch in euer Abenteuer und seid offen für das Gute, was mit euch passieren wird. Mich würde total interessieren, ob es jemand versucht hat und wie die Wirkung war. Gerne per persönlicher Mail oder in den Kommentaren. Vielen Dank für´s lesen. Wenn es ein Thema gibt, mit dem man sich mal auseinander setzen sollte oder welches euch bewegt, würde ich mich freuen, davon zu hören. Wenn es den Bedarf gibt, einfach persönlich über dieses und artverwandte Themen zu sprechen oder Probleme in diesem Bereich zu klären, schreibt mir gern eine Mail. Bleibt neugierig. Liebe Grüße euer Gregor

 

PS: Rechtschreibfehler und fehlende Kommas, dürfen wie immer behalten werden.

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